Was ADHS nicht ist - ADHS Mythen!

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Um ADHS ranken sich viele Mythen und Missverständnisse, die das Verständnis und die Akzeptanz der Störung erschweren können. ADHS ist nicht:

“Ist ADHS nicht eine Kinderkrankheit?”

ADHS, die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ist ein Syndrom, das oft mit der Kindheit assoziiert wird. Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass sich ADHS bei Kindern einfach 'verwächst'. Statistiken zeigen, dass etwa die Hälfte der Kinder, die an ADHS leiden, auch als Erwachsene unter den Symptomen leiden. Die Diagnose von ADHS wird oft im Erwachsenenalter gestellt, da die Störung bei Frauen oft übersehen wird oder sich anders äußert als bei Männern. Die Auswirkungen von ADHS können tiefgreifend sein und das tägliche Leben in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Schwierigkeiten mit der Konzentration, Impulsivität, emotionale Dysregulation und Probleme mit der Zeitplanung sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Menschen mit ADHS konfrontiert sein können. Diese Symptome können sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken, wie zum Beispiel Arbeit, Beziehungen und Selbstwertgefühl. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung sind entscheidend, um Menschen mit ADHS zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Betroffene können durch eine Kombination aus Therapie, Medikation und gezielten Strategien lernen, mit ihrer Störung umzugehen und ihre Stärken zu nutzen. Es ist wichtig, das Bewusstsein für ADHS zu schärfen und ein unterstützendes Umfeld für Betroffene zu schaffen, damit sie ihr volles Potenzial entfalten können.

“Nur kleine Jungs haben ADHS!”

Dieser weit verbreitete Irrglaube führte dazu, dass ADHS bei vielen Mädchen unentdeckt blieb. Das hat zur Folge, dass Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren nun endlich ihre Diagnosen erhalten - Diagnosen, die ihnen lange Zeit verwehrt blieben. Der Mangel an Identifizierung und Unterstützung in jungen Jahren führte bei vielen Frauen zu langjährigen Herausforderungen im Alltag. Diese können sie nun besser verstehen und bewältigen. Durch eine verzögerte Diagnose stehen viele Frauen vor Schwierigkeiten in Beziehungen, im Berufsleben und im Umgang mit sich selbst. Es ist von großer Bedeutung, dass die Gesellschaft ihr Bewusstsein für dieses Thema schärft und Frauen mit ADHS die nötige Unterstützung bietet, die ihnen lange Zeit verwehrt geblieben ist. Indem wir die Anerkennung und Hilfestellung für erwachsene Frauen mit ADHS fördern, können wir dazu beitragen, dass sie ein besseres Verständnis für sich selbst entwickeln und effektiver mit den Herausforderungen ihres Alltags umgehen können.

“ADHS ist ein großer Streich der Pharmaindustrie.”

Die Behauptung, dass ADHS eine Verschwörung der Pharmaindustrie sei, wird häufig falsch interpretiert. Obwohl Medikamente eine wichtige Rolle bei der Behandlung von ADHS spielen können, basiert die Störung auf anerkannten neurobiologischen Ursachen. ADHS ist durch umfangreiche Forschung belegt und wird nicht von der Pharmaindustrie erfunden. Es ist wichtig zu verstehen, dass ADHS eine komplexe neurobiologische Störung ist, die das tägliche Leben der Betroffenen beeinflussen kann. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit ADHS Unterschiede in bestimmten Gehirnregionen aufweisen, die sich auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Hyperaktivität auswirken können. Obwohl Medikamente wie Stimulanzien dazu beitragen können, die Symptome zu kontrollieren, ist oft eine ganzheitliche Behandlung empfehlenswert, die auch Verhaltens- und Therapiemaßnahmen umfasst. Die Kombination aus Medikation und Therapie hat zum Ziel, den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Symptome und ihres Alltags zu helfen.

“Social Media verursacht ADHS.”

Die Diskussion über den Einfluss digitaler Medien auf unser Verhalten ist allgegenwärtig. Oft hört man Sätze wie "Das kommt alles von diesem Social Media". Viele Menschen glauben, dass moderne Technologien wie Smartphones und soziale Netzwerke direkt für Verhaltensänderungen verantwortlich sind, insbesondere bei Menschen mit ADHS. Doch die Realität ist komplexer. ADHS ist eine neurobiologische Störung, die sich nicht einfach auf einen einzigen externen Faktor reduzieren lässt. Digitale Medien können jedoch eine Rolle spielen, da sie Reize und Ablenkungen bieten, die für Menschen mit ADHS besonders herausfordernd sein können. Es ist wichtig, die Wechselwirkungen zwischen ADHS und digitalen Medien differenziert zu betrachten. Während einige Betroffene möglicherweise Schwierigkeiten haben, den Reizen standzuhalten, können digitale Tools helfen, Struktur und Organisation im Alltag zu unterstützen. Bei der Behandlung von ADHS ist es entscheidend, individuelle Ansätze zu verfolgen, die die vielschichtigen Ursachen und Einflussfaktoren berücksichtigen. Die Rolle digitaler Medien sollte dabei angemessen bewertet werden.

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“ADHS ist ausgelöst durch schlechte Erziehung.”

"Du bist nur schlecht erzogen!" - Ein Mythos, der vielen Eltern Schmerzen bereitet und sie oft am Ende ihres Erziehungslateins und überfordert zurücklässt. Dr. Kate Repnik versteht, dass Eltern auf vielfältige Herausforderungen stoßen können und dass die Wurzeln von Verhaltensweisen tiefer liegen als nur in einer vermeintlich fehlerhaften Erziehung. Es ist wichtig anzuerkennen, dass das Verhalten von Kindern von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. ADHS kann zu Verhaltensweisen führen, die auf den ersten Blick als schlechtes Benehmen interpretiert werden. Als Eltern ist es normal, sich manchmal überfordert und hilflos zu fühlen, wenn herkömmliche Erziehungsmethoden nicht den gewünschten Erfolg bringen. In solchen Momenten ist es entscheidend, Unterstützung und Entlastung zu finden. Ein ganzheitliches Coaching kann Eltern dabei helfen, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen ihrer Kinder besser zu verstehen und neue Wege zu entdecken, um mit herausfordernden Situationen umzugehen. Statt sich selbst die Schuld zu geben, ist es wichtig, die eigene Rolle in einem neuen Licht zu betrachten und mit Mitgefühl für sich selbst und das Kind voranzuschreiten.

“ADHS ist ein moralischer Defekt.”

Das Gegenteil ist der Fall: Menschen mit ADHS zeigen tatsächlich oft einen starken Sinn für Gerechtigkeit, den sie vehement verteidigen, selbst wenn es bedeutet, Kritik einstecken zu müssen. Diese Eigenschaft wird häufig übersehen oder falsch interpretiert. Betroffene können leidenschaftlich für das eintreten, was sie als richtig ansehen, und lassen sich nicht so leicht von ihrem Weg abbringen. Ihr Engagement für Fairness und Gerechtigkeit ist bemerkenswert. ADHS-Betroffene erkennen Ungerechtigkeiten und erheben ihre Stimme, auch wenn es unpopulär ist oder sie selbst Nachteile davontragen. Ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit führt dazu, dass sie oft als Fürsprecher für andere auftreten, die möglicherweise nicht in der Lage sind, für sich selbst einzutreten. Diese Stärke unterstreicht ihre Fähigkeit zur Empathie und zum Eintreten für das Richtige.

“ADHS ist eine psychische Erkrankung.”

ADHS wird oft missverstanden. Es handelt sich jedoch nicht um eine eigenständige psychische Störung, sondern um eine neurologische Entwicklungsstörung. Diese äußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und übermäßiger Aktivität. Allerdings kann unbehandeltes ADHS das Risiko erhöhen, sekundäre psychische Erkrankungen zu entwickeln. Insbesondere wenn die Diagnose später im Leben erfolgt oder wenn keine angemessene Unterstützung bereitsteht, können Individuen mit ADHS unter verschiedenen Problemen leiden. Dazu gehören Angststörungen, Depressionen, Suchtprobleme und ein schlechtes Selbstwertgefühl. Diese sekundären Erkrankungen können auftreten, wenn die Kernsymptome von ADHS unbehandelt bleiben und die Betroffenen Schwierigkeiten haben, sich im Alltag zurechtzufinden. Daher ist es entscheidend, ADHS frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um das Risiko von Begleiterkrankungen zu minimieren. Eine geeignete Therapie, bestehend aus Medikamenten, Verhaltenstherapie und gezielten Unterstützungsmaßnahmen, kann Betroffenen helfen, ein besseres Verständnis für ihre Symptome zu entwickeln und effektive Bewältigungsstrategien zu erlernen.

“Wir haben doch alle ein bisschen ADHS!”

Jedes menschliche Verhalten findet auf einem Spektrum statt, von Prokrastination bis Impulsivität. Diese Bandbreite ist Teil unserer Natur und es ist normal, gelegentlich Dinge aufzuschieben, etwas zu verlieren oder impulsiv zu handeln. Unser tägliches Verhalten wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, von der Umgebung über die Genetik bis hin zu persönlichen Erfahrungen. Bei Menschen mit ADHS sind jedoch die Intensität und Häufigkeit dieser Verhaltensweisen oft stärker ausgeprägt. Für viele Frauen mit ADHS ist der tägliche Kampf mit Prokrastination, Impulsivität und anderen Herausforderungen ein ständiger Begleiter. Selbst einfache Aufgaben können zu unüberwindbaren Hürden werden, da die Symptome der Störung sie immer wieder beeinflussen.

“ADHS ist eine Ausrede. Du bist nur faul!”

ADHS-Betroffene sind keineswegs faul. Im Gegenteil: Im Vergleich zu neurotypischen Personen setzen sie oft mehr Energie ein, um ihre Ziele zu erreichen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Auch wenn dies nicht immer offensichtlich ist, bedeutet der scheinbare Mangel an sichtbaren Ergebnissen nicht, dass keine Bemühungen unternommen werden. Menschen mit ADHS gehen oft durch eine Vielzahl von Herausforderungen, die für Außenstehende nicht offensichtlich sind. Menschen mit ADHS müssen täglich mit Symptomen wie Aufmerksamkeitsdefiziten, Impulsivität und Reizüberflutung umgehen. Diese Symptome können ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Ziele auf die gleiche Weise zu erreichen, wie es bei neurotypischen Personen der Fall ist. Es ist wichtig, die Anstrengungen und den Kampf anzuerkennen, den Menschen mit ADHS kontinuierlich aufbringen, um ihre Ziele zu verfolgen. Ihre Beharrlichkeit und ihr Durchhaltevermögen verdienen Respekt und Unterstützung. Vorschnelle Urteile über ihre Motivation oder Arbeitsmoral sollten vermieden werden.


Wenn du ADHS hast oder es bei dir vermutest, ist es besonders wichtig, dass du auch bei dir selbst im Inneren mit diesen Vorurteilen und Mythen aufräumst, denn auch als ADHS-Betroffene sind wir leider nicht immun gegenüber jahrelanger Beeinflussung von außen. Wenn nötig, kannst du dir hierbei auch professionelle Unterstützung holen, zum Beispiel bei mir. Du bist nicht allein! Melde dich bei Dr. Kate Repnik für eine kostenlose Erstberatung.

Kate

ADHD Coaching for creative and successful women

https://unfoldwithkate.com
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Debunking ADHD myths!